Was kostet es, die Buchhaltung auszulagern?
12. September 20266 Min. LesezeitVon Lucas Neunteufel, Kontado GmbH
„Was kostet mich das?" ist die erste Frage, die Unternehmer stellen, wenn sie über das Auslagern ihrer Buchhaltung nachdenken – und die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, aber es ist berechenbar. Dieser Artikel zeigt, welche Faktoren den Preis bestimmen, welche Modelle üblich sind und wie Sie die Kosten mit der Alternative – selbst machen oder einstellen – fair vergleichen.
Die vier Faktoren, die den Preis bestimmen
Seriöse Buchhaltungsdienstleister kalkulieren nicht nach Gefühl, sondern nach Aufwand. Vier Größen machen dabei den Unterschied:
- Belegvolumen: Die Anzahl der Ein- und Ausgangsrechnungen, Kassen- und Kontobewegungen pro Monat ist der wichtigste Treiber. Ein Dienstleister mit 80 Belegen im Monat zahlt deutlich weniger als ein Handelsbetrieb mit 800.
- Digitalisierungsgrad: Digitale Belege (z. B. über DATEV Unternehmen online) lassen sich erheblich schneller verarbeiten als Papierordner. Wer digital anliefert, spart dauerhaft – oft 20 bis 30 Prozent.
- Leistungsumfang: Reines Kontieren und Buchen ist die Basis. Offene-Posten-Verwaltung, vorbereiteter Zahlungsverkehr, Mahnwesen und kommentierte Auswertungen kommen je nach Bedarf dazu.
- Rhythmus: Wöchentliche Verbuchung kostet mehr als monatliche – bringt aber tagesaktuelle Zahlen und einen besseren Überblick über die Liquidität.
Übliche Preismodelle
Am Markt begegnen Ihnen drei Modelle. Abrechnung pro Beleg (häufig zwischen etwa 0,50 und 2 Euro je Beleg) wirkt transparent, macht die Monatskosten aber schwer planbar. Stundensätze (je nach Region und Qualifikation etwa 40 bis 80 Euro) verlagern das Risiko vollständig auf Sie. Am planbarsten ist die monatliche Pauschale, die auf Basis Ihres tatsächlichen Volumens kalkuliert wird – kleinere Betriebe liegen damit oft im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Monat, größere Mittelständler entsprechend darüber. Kontado arbeitet bewusst mit Pauschalen: Sie wissen am Jahresanfang, was die Buchhaltung im Dezember kostet.
Der faire Vergleich: Was kostet die Alternative?
Ausgelagerte Buchhaltung wirkt auf den ersten Blick wie ein zusätzlicher Kostenblock. Der Vergleichsmaßstab ist aber nicht „null", sondern das, was Ihre Buchhaltung heute kostet:
- Eigene Teilzeitkraft: Eine Buchhaltungskraft auf 20-Stunden-Basis kostet mit Lohnnebenkosten schnell 2.000 bis 3.000 Euro im Monat – plus Software, Fortbildung, Urlaubs- und Krankheitsvertretung.
- Chefsache: Wenn Sie als Geschäftsführung selbst buchen, kostet jede Stunde den Opportunitätswert Ihrer Arbeit – meist der teuerste Buchhalter im ganzen Unternehmen.
- Alles über die Steuerkanzlei: Bequem, aber Kanzleien rechnen Buchführung oft nach der Steuerberatervergütungsverordnung oder Stundensätzen ab, die über denen eines spezialisierten Buchhaltungsbüros liegen. Viele Kanzleien geben die laufende Buchhaltung wegen Personalmangels sogar gern ab.
Dazu kommt ein Effekt, der oft übersehen wird: Übergibt Ihr Buchhaltungsdienstleister der Kanzlei eine vollständige, sauber kontierte Buchhaltung, sinken häufig die Kanzleikosten für Abschluss und Voranmeldungen – weil das Nachfassen fehlender Belege entfällt.
Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen
- Der Anbieter fragt nach Belegvolumen und Ist-Prozessen, bevor er einen Preis nennt.
- Die Leistungsgrenzen sind klar benannt: Buchführungsleistungen nach § 6 Nr. 3 und 4 StBerG ja – Steuererklärungen und Jahresabschluss gehören zum Steuerberater.
- Die Zusammenarbeit mit Ihrer bestehenden Steuerkanzlei wird aktiv angeboten, nicht bekämpft.
- Es gibt eine feste Pauschale statt offener Stundenabrechnung.
Wie die Zusammenarbeit konkret abläuft und welche Leistungen enthalten sind, lesen Sie auf unserer Seite Buchhaltung in Bad Saulgau & Umgebung. Ob Auslagern für Ihre Situation überhaupt der richtige Weg ist, klärt der Beitrag Buchhaltung selbst machen oder auslagern?.
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